Was koche ich mit dem, was ich habe?
Von Kerim Ismail ·
Dienstag, sieben Uhr. Im Kühlschrank: drei Eier, ein halber Beutel Spinat, ein Stück Feta und ein angebrochenes Glas Pesto. Einkaufen gehen willst du nicht mehr, und eine Idee hast du auch nicht.
Das ist nicht „nichts da“. Das ist ein Abendessen. Du siehst es nur noch nicht. Mit einer einfachen Formel und ein paar Grundgerichten findest du es in fünf Minuten.
Die Formel: Basis, Gemüse, Eiweiß, Geschmack
Fast jedes Alltagsgericht besteht aus vier Teilen. Schau in den Kühlschrank und such dir aus jeder Gruppe etwas:
- Basis: Nudeln, Reis, Kartoffeln, Brot, Tortillas, Couscous
- Gemüse: was da ist, auch aus dem Tiefkühler
- Eiweiß: Eier, Käse, Kichererbsen oder Bohnen aus der Dose, Tofu, Reste vom Fleisch
- Geschmack: Pesto, Sojasoße, Currypaste, Zitrone, Knoblauch, Brühe, Chili
Aus dem Kühlschrank oben wird so: Nudeln, Spinat, Feta und Pesto. Spinat in der Pfanne zusammenfallen lassen, mit den Nudeln, etwas Nudelwasser und Pesto mischen, Feta darüberbröseln. Fertig in 15 Minuten.
Fünf Grundgerichte, die fast alles aufnehmen
Diese fünf Gerichte funktionieren mit fast jedem Rest. Wer sie kann, kocht immer:
- Omelett oder Frittata. Eier verquirlen, Gemüse und Käse rein, in der Pfanne stocken lassen. Passt zu Spinat, Paprika, Zucchini, Kartoffeln vom Vortag.
- Bratreis oder Bratnudeln. Reis vom Vortag mit Gemüse scharf anbraten, ein Ei dazu, mit Sojasoße abschmecken. Kalter Reis wird dabei besser als frischer.
- Pasta. Gemüse in der Pfanne anbraten, mit Nudeln und einem Schluck Nudelwasser mischen, Käse oder Pesto dazu.
- Suppe. Zwiebel anschwitzen, restliches Gemüse klein schneiden, mit Brühe kochen und pürieren. Ein Klecks Joghurt oder Sahne obendrauf.
- Ofenblech. Gemüse und Kartoffeln in Stücke schneiden, mit Öl und Gewürzen aufs Blech, bei 200 °C etwa 30 Minuten backen. Feta oder Kichererbsen in den letzten zehn Minuten dazu.
Drei Beispiele aus echten Kühlschränken
- Reis vom Vortag, eine Paprika, zwei Eier, Sojasoße: Bratreis. Paprika würfeln und scharf anbraten, Reis dazu, die Eier an den Rand der Pfanne schlagen und verrühren, mit Sojasoße abschmecken.
- Kartoffeln, eine Zwiebel, ein Rest Käse: Bratkartoffeln mit Käse. Kartoffeln in Scheiben braten, Zwiebel dazu, zum Schluss den Käse darüber schmelzen lassen.
- Kichererbsen, Kokosmilch, Spinat, Currypaste: schnelles Curry. Currypaste anbraten, Kokosmilch und Kichererbsen dazu, zehn Minuten köcheln, Spinat unterheben. Mit Reis oder Brot.
Ein Vorrat, der dich rettet
Die Formel klappt am besten, wenn ein paar Dinge immer da sind. Mit diesem Grundvorrat bekommst du fast jeden Rest unter:
- Nudeln, Reis, Kartoffeln
- Dosentomaten, Kichererbsen, Kokosmilch, Brühe
- Eier, Zwiebeln, Knoblauch
- Tiefkühlgemüse wie Erbsen oder Spinat
- ein Käse, der lange hält, etwa Parmesan
- ein, zwei „Geschmacksbomben“: Pesto, Currypaste, Sojasoße
Wenn dir trotzdem nichts einfällt
Manchmal ist der Kopf einfach leer. Dann hilft es, die Entscheidung abzugeben:
- Zutatensuche. Viele Rezeptseiten haben eine Suche, in die du deine Zutaten eintippst.
- Ein Foto vom Kühlschrank. In Plateful fotografierst du einfach, was da ist, und die App schlägt dir ein Rezept dafür vor.
- Fragen statt suchen. Du kannst Plateful auch schreiben: „Ich habe Eier, Spinat und Feta, was kann ich kochen?“ Das Rezept speicherst du mit einem Tipp, falls es dir schmeckt.
Häufige Fragen
Was koche ich, wenn wirklich fast nichts da ist? Nudeln mit Knoblauch und Öl, Pfannkuchen aus Mehl, Eiern und Milch oder Bratkartoffeln mit Spiegelei. Drei Klassiker aus fast leerem Kühlschrank.
Wie vermeide ich, dass Reste überhaupt vergessen werden? Stell angebrochene Sachen im Kühlschrank nach vorne und plane einen festen Resteabend pro Woche ein, zum Beispiel sonntags vor dem Einkauf.
Schmeckt Resteküche nicht immer gleich? Nicht, wenn du beim Geschmack wechselst. Dieselben Zutaten schmecken mit Currypaste, mit Pesto oder mit Sojasoße jedes Mal nach einem anderen Gericht.
Der Kühlschrank ist selten leer. Meist fehlt nur die Idee, und die hast du jetzt.