Eine alte Rezeptdose mit einer handgeschriebenen Karte für Vanillekipferl neben dem Plateful-Maskottchen und einem Teller Plätzchen

Omas Plätzchenrezepte digitalisieren: so geht's

Von Kerim Ismail ·

Jede Familie hat sie: die alte Dose mit Omas Rezepten. Karteikarten mit Butterflecken, Bleistiftnotizen am Rand, „wie bei Oma“ doppelt unterstrichen. Im Advent kommt sie auf den Tisch, und alle backen danach.

Diese Karten gibt es nur einmal. Wer sie digitalisiert, bewahrt sie, kann sie mit der ganzen Familie teilen und backt sie auch dann, wenn die Dose gerade bei der Schwester steht.

Warum der Advent der beste Moment ist

Die Dose ist sowieso draußen, und oft sitzt die ganze Familie am Tisch. Nutzt das: Fragt beim Backen nach allem, was nicht auf der Karte steht. Wie dünn wird der Teig ausgerollt? Wie lange ruht er? Welche Butter nimmt Oma wirklich? Diese Antworten sind oft wertvoller als das Rezept selbst. Schreibt sie gleich dazu.

So fotografierst du alte Rezeptkarten richtig

Egal wie du digitalisierst, alles fängt mit einem guten Foto an:

  • Tageslicht statt Blitz. Am Fenster, ohne direkte Sonne. Der Blitz spiegelt auf altem Papier.
  • Flach und von oben. Die Karte auf einen dunklen Untergrund legen und das Handy parallel darüber halten.
  • Vorder- und Rückseite. Auf der Rückseite stehen oft die besten Hinweise.
  • Flecken und Randnotizen mitnehmen. Sie gehören zur Geschichte des Rezepts.
  • Originale aufheben. Digital ist die Kopie, nicht der Ersatz.

Weg 1: Mit dem Handy scannen (kostenlos)

Du brauchst keine extra App:

  • iPhone: In der Notizen-App gibt es „Dokumente scannen“. Die Karte wird automatisch zugeschnitten und begradigt. Mit „Live Text“ kannst du den Text aus einem Foto sogar markieren und kopieren.
  • Android: In Google Drive gibt es eine Scan-Funktion, und mit Google Lens kopierst du Text aus einem Foto.

Das Ergebnis ist ein sauberes Bild oder PDF. Zum Nachbacken musst du es aber jedes Mal wieder öffnen und entziffern.

Weg 2: Abtippen (kostenlos, aber zeitaufwendig)

Bei fünf Rezepten ist Abtippen völlig in Ordnung. Du kannst dabei gleich alte Mengenangaben umrechnen (Tabelle unten) und unleserliche Stellen mit Oma klären. Bei einer ganzen Dose sitzt du allerdings ein paar Abende daran.

Weg 3: Foto in eine Rezept-App importieren

Mit Plateful fotografierst du die Karte, und die App liest auch die Handschrift. Daraus wird ein richtiges Rezept mit Zutatenliste und Schritten, durchsuchbar und bereit für den Wochenplan und die Einkaufsliste.

  • Vorder- und Rückseite importierst du als mehrere Fotos auf einmal.
  • Steht mehr als ein Rezept auf einer Karte, werden daraus mehrere Rezepte.
  • Die Familie im Haushalt. Wer mit in deinem Plateful-Haushalt ist, sieht jedes Rezept sofort. Ein Abo reicht für alle.
  • Ein Link für alle anderen. Wer Plateful hat, speichert das Rezept mit einem Tipp in der eigenen Sammlung. Wer es nicht hat, sieht es einfach im Browser.

Bei gut lesbarer Handschrift klappt das meist auf Anhieb. Ist eine Karte stark verblasst, hilft ein schärferes Foto bei besserem Licht.

Alte Mengenangaben umrechnen

Omas Rezepte stammen oft aus einer Zeit, in der anders gemessen wurde. Diese Angaben tauchen besonders häufig auf:

Auf der KarteHeute
1 Pfund (Pfd.)500 g
½ Pfund250 g
1 Lotetwa 15 bis 17 g
1 Tassemeist 125 bis 150 ml
1 Messerspitze (Msp.)etwa ⅛ Teelöffel
1 Päckchen Backpulver15 bis 16 g, reicht für 500 g Mehl
1 Päckchen Vanillezucker8 g
schwache Hitzeetwa 150 bis 160 °C Ober-/Unterhitze
mittlere Hitzeetwa 175 bis 180 °C Ober-/Unterhitze
starke Hitzeetwa 200 bis 220 °C Ober-/Unterhitze

Und keine Sorge bei Zutaten wie Hirschhornsalz oder Pottasche: Die gibt es bis heute im Backregal, vor allem in der Weihnachtszeit.

Aus Karten wird ein Familienkochbuch

Wenn die Rezepte einmal digital sind, geht noch mehr:

  • Ein gemeinsamer Backtag. Jeder backt ein Rezept aus der Dose und bringt es mit.
  • Ein gedrucktes Familienkochbuch. Aus den Fotos der Originalkarten wird ein schönes Geschenk für Weihnachten.
  • Die Rezepte weiterführen. Wer ein Rezept verfeinert, schreibt es dazu. So wächst die Sammlung weiter.

Häufige Fragen

Kann eine App wirklich Handschrift lesen? Ja, gut lesbare Handschrift klappt meist zuverlässig. Bei sehr alter oder stark verblasster Schrift hilft ein scharfes Foto, im Zweifel tippst du einzelne Stellen ab.

Scannen oder fotografieren? Beides funktioniert. Wichtig ist nur, dass die Karte flach liegt und gut beleuchtet ist.

Was mache ich mit den Originalen? Aufheben, am besten in Klarsichthüllen oder in der alten Dose. Die digitale Version ist dafür da, dass die Rezepte benutzt werden. Das Original ist dafür da, dass es bleibt.

Die Dose bleibt im Schrank. Die Rezepte kommen mit, wohin ihr auch backt.

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